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Aktuelle Nachrichten und Informationen

1. Dezember 2023

Ein Gewässer mit Historie und ganz besonderen Bewohnern

Neue Tafeln informieren: Sohlbacher Weiher des WVS ist mehr als ein "Teich im Grünen"

Für viele ist er ein verwunschenes Idyll im Wald – der Sohlbacher Weiher, gelegen hinter der gleichnamigen Netphener Ortschaft. Ein landschaftliches Kleinod, das sich so wunderbar in die Natur einfügt, dass man meinen könnte, es sei schon immer da gewesen. Dabei wurde der Weiher vor über 130 Jahren künstlich angelegt. An die Hintergründe seiner Entstehungsgeschichte und seine Funktion in früheren Zeiten erinnert seit Kurzem eine neue Infotafel, die der Wasserverband Siegen-Wittgenstein (WVS) als Eigentümer des Weihers an dessen Ufer aufgestellt hat. „Wir möchten damit das Andenken an die Historie des Gewässers wachhalten“, schildert WVS-Geschäftsführer Dirk Müller.

Die Tafel informiert die Besucherinnen und Besucher darüber, dass die Gas-, Wasser- und Kanalwerke der Stadt Siegen den Sammelweiher bei Sohlbach – ebenso wie den Afholderbacher und den Obernauer Weiher – Ende des 19. Jahrhunderts als sogenannten „Kompensationsteich“ angelegt haben. In ihm wurde überschüssiges Wasser gesammelt, welches im Sommer zur Bewässerung der umliegenden Wiesenflächen diente, während es im Winter dem sich unterhalb anschließenden Vorfluter zugeleitet wurde, um Überschwemmungen zu vermeiden.

Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein hat am Sohlbacher Weiher neue Tafeln aufgestellt, die über die Geschichte des Gewässers und die dortige Edelkrebs-Kolonie informieren.

Vorausgegangen war der Entstehung der Teiche ein Streit ums Wasser. Als die Stadt Siegen im Jahr 1880 damit startete, erste Planungen zu Wassergewinnungsanlagen in den Quellgebieten von Sohlbach, Afholderbach und Obernau anzustellen, da sie selbst zunehmend Probleme mit der Wasserversorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger bekam, befürchteten anliegende Wiesenbesitzer aus den drei Dörfern, dass ihnen damit vor allem in den Sommermonaten das Wasser für ihre Wiesenbewässerung genommen werden würde. Mehrjähriger Widerstand der Dorfbewohnerinnen und -bewohner, der sogar bis nach Berlin zum Kaiser getragen wurde, konnte den Bau der Quellwasserleitung zur Versorgung der Siegener Bevölkerung jedoch nicht verhindern. Die Beteiligten einigten sich aber auf einen Kompromiss: Als Entschädigung für den Bau der Leitungen wurden die Weiher angelegt, damit den Bauern auch im Sommer immer genügend Wasser zur Bewässerung ihrer Wiesen zur Verfügung stand.

250 solcher Edelkrebse hat der WVS gemeinsam mit dem Edelkrebsprojekt NRW im Herbst 2022 nach einer umfangreichen Sanierung des Weihers in das Gewässer eingesetzt. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht.

Mittlerweile sind die Quellleitungen und die Wiesenbewässerung längst aufgegeben und der Sohlbacher Weiher hat nach einer umfassenden Sanierung im vergangenen Jahr eine neue, wichtige Funktion bekommen: seit Oktober 2022 ist er Heimat einer Edelkrebs-Kolonie. „Darüber klärt eine zweite Infotafel auf“, berichtet WVS-Betriebsingenieurin Sarah Horstick, die sich – wie schon an der Obernautalsperre – federführend um die Gestaltung und Errichtung der Infotafeln gekümmert hat. Gemeinsam mit dem vom nordrhein-westfälischen Fischereiverband und NABU getragenen Edelkrebs-Projekt NRW hat der Wasserverband Siegen-Wittgenstein vor rund einem Jahr 250 Edelkrebse in den Sohlbacher Weiher eingesetzt. „Damit sind wir zu Edelkrebs-Paten geworden und leisten einen Beitrag zum Erhalt der heimischen Art. Uns sind die Biodiversität und eine gesunde Flora und Fauna ein großes Anliegen“, so Dirk Müller. Der Edelkrebs, der früher in nahezu jedem heimischen Fluss und Bach zu finden war, ist vom Aussterben bedroht. Verantwortlich dafür sind eingeschleppte Krebsarten, hauptsächlich aus Nordamerika, die die Edelkrebse verdrängt haben und zudem Träger der für heimische Arten zumeist tödlichen Krebspest sind. Das Edelkrebs-Projekt NRW hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Edelkrebs durch gezielte Ansiedlung in geeigneten Flüssen, Bächen, Seen und Teichen vor dem Verschwinden zu schützen. „Ein Gewässer ist als Edelkrebs-Domizil geeignet, wenn es eine gute Wasserqualität und naturnahe Uferstruktur besitzt und möglichst isoliert liegt, damit keine amerikanischen Flusskrebsarten einwandern können. Unser Sohlbacher Weiher ist solch ein Gewässer, da er mit Regen- und Quellwasser aus dem Tal gespeist wird und durch sein Dammbauwerk von flussabwärts liegenden Gewässern getrennt ist“, weiß der WVS-Geschäftsführer. Sarah Horstick und er freuen sich, dass die Besucherinnen und Besucher des Weihers mittels der Tafeln nun mehr über die Geschichte und das Artenschutzprojekt erfahren können. Die Tafeln sind übrigens im selben Design gestaltet wie die neuen Tafeln an der Obernautalsperre, um den Wiedererkennungswert als „WVS-Gewässer“ zu steigern.

16. November 2023

Noch bis 3. März 2024: Sonderausstellung zum Thema "Wasser"

WVS als Kooperationspartner bei der Veranstaltung im Heimatmuseum Netpherland mit an Bord

Eine interessante Ausstellung rund ums Thema Wasser können Interessierte noch bis Anfang März 2024 im Heimatmuseum Netpherland erleben. Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein (WVS) ist Kooperationspartner der Ausstellung, die vom Museumsteam des Heimatvereins Netpherland anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Obernautalsperre auf die Beine gestellt und am Sonntag, 12. November, offiziell eröffnet wurde.

„Der Verband konnte das Jubiläum aufgrund der Corona-Nachwirkungen, die wir immer noch spüren, selbst nicht so gestalten, wie es eigentlich angemessen gewesen wäre“, erklärte WVS-Geschäftsführer Dirk Müller im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung. „Umso dankbarer bin ich dem Museumsteam des Heimatvereins Netpherland, der sich intensiv mit der Geschichte der ortsbildprägenden Obernautalsperre beschäftigt und die Initialzündung zu dieser besonderen Ausstellung gegeben hat, welche den runden Geburtstag und alles, was mit ihm verbunden ist, noch einmal in den Fokus der Öffentlichkeit rückt.“

Besucherinnen und Besucher erfahren hier allerlei Wissenswertes über das Bauwerk und seine Technik, über die Talsperre als Lebensraum für Flora und Fauna, aber auch über ihre Entstehungsgeschichte und die Dörfer Obernau, Nauholz und Obernau, die dem Wasser komplett oder zum Teil weichen mussten. Fotos aus dem Fundus des WVS ergänzen die auf große Tafeln gedruckten Informationen. Auch der Teil einer alten Holzwasserleitung, die bei Bauarbeiten am alten Marktplatz in Netphen gefunden wurde, gehört zu den Exponaten, ebenso Zeitungsausschnitte und weitere Rohrstücke aus vergangenen Tagen.

Darüber hinaus wird das Thema Wasser noch von vielen anderen Seiten beleuchtet. So hat das Museumsteam auch die Wasserkraft und die im Siegerland früher häufig zu findenden Mühlen in den Blick genommen, die erst zum Mahlen eingesetzt und im Zuge der Industrialisierung als Energielieferanten für die Schmelzhütten, Bergwerke, Sägewerke, Eisenhämmer und Lohmühlen wichtig wurden. Ebenso wird der Badekultur und den Freibädern in Deuz und im Obernautal ein Kapitel gewidmet. Und wer möchte, kann an der aufbereiteten Hauspumpe selbst ausprobieren, wie es war, als die einstigen Bewohnerinnen und Bewohner des heutigen Museumsgebäudes aus ihrem eigenen Brunnen Wasser pumpten.

Harald Gündisch vom Heimatmuseum Netpherland, Netphens Bürgermeister Paul Wagener und WVS-Geschäftsführer Dirk Müller (von links) bei der Eröffnung der Ausstellung.

Zahlreiche Informationen zur Entstehungsgeschichte der Talsperre, zum Bau, zur Technik und zur Flora und Fauna finden die Besucherinnen und Besucher auf den Wandtafeln.

Wann wurde mit dem Bau der Talsperre begonnen, wann war sie fertig und was war in all diesen Jahren eigentlich noch? Ein Zeitstrahl gibt Aufschluss darüber und ordnet die Meilensteine der Obernautalsperre in die Weltgeschichte ein.

Begleitet wird die Ausstellung von einigen Sonderveranstaltungen. So wird es beispielsweise am 26. November einen Vortrag von Heimatforscher Wilfried Lerchstein über die Weiher bei Afholderbach, Sohlbach und Obernau geben und am 14. Januar eine Führung mit Dirk Müller an und durch die Obernautalsperre. Am 8. Februar gibt es eine Unterrichtsstunde zum Thema Wasseraufbereitung mit WVS-Mitarbeitenden für Schülerinnen und Schüler der Anita Ruth Faber Sekundarschule Netphen. Und am 3. März steht ein Wasser-Tasting auf dem Programm, das zeigen soll: Wasser ist nicht gleich Wasser.

Wann? jeden 1., 3. und 4. Sonntag im Monat von 15.00 bis 17.00 Uhr, jeden 2. Sonntag im Monat von 10.00 bis 12.00 Uhr sowie nach Vereinbarung (heimatmuseum@heimatverein-netpherland.de)
Wo? Heimatmuseum Netpherland, Lahnstraße 47, 57250 Netphen
Wie viel? Eintritt frei! Spenden sind gern gesehen.
Weitere Infos? » Heimatverein Netpherland e.V. (heimatverein-netpherland.de)

Innerhalb einer Minute können etwa 100 Zentimeter geschweißt werden. Die Schweißnähte werden anschließend gestrahlt und gebürstet.

6. Oktober 2023

Haltbarkeit: Ewig!

WVS und Gemeinde Neunkirchen bauen am Kirchberg modernen Hochbehälter: Besuchertag gewährte Einblicke in zukunftsweisende Technik

Rund 120 Liter Trinkwasser wird in Deutschland pro Kopf und Tag benötigt. Dass es bei Bedarf aus Wasserhahn, -schlauch oder Dusche kommt, ist für uns selbstverständlich. Den Weg, den es bis dahin zurückgelegt hat, kennen hingegen die Wenigsten. Die Art und Weise, wie und wo das Trinkwasser vorgehalten wird, sind vielfältig: Während in anderen Regionen Wassertürme auf ebenem Gelände notwendig sind, um die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen, reichen im Siegerland, dank der örtlichen Topografie, in der Regel Hochbehälter oberhalb der Bebauung, um das Wasser in die Haushalte zu transportieren. Ein solcher Hochbehälter entsteht derzeit am Kirchberg.

Bei dem Hochbehälter Kirchberg handelt es sich jedoch um ein ganz besonderes Modell: Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein und die Gemeinde Neunkirchen haben sich gemeinsam für eine innovative Lösung entschieden. Der Fortschritt der Arbeiten konnte jetzt im Rahmen eines Besuchertags in Augenschein genommen werden.

 

Ohne Wasser kein Leben. So wie das Leben aus dem Wasser entstanden ist, so kann auch kein Lebewesen ohne Wasser existieren. Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein und die Gemeindewerke Neunkirchen sichern mit dem neuen Hochbehälter am Kirchberg nachhaltig die Wasserversorgung vor Ort.

 

Das Besondere an dem Entstehungsprozess des Hochbehälters ist der Aufbau des Wasserreservoirs. Hierbei handelt es sich um zwei Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von je 700 Kubikmetern in einer Halle. Durch den Einsatz eines patentierten und automatisierten Schweißprozesses werden die beiden rund acht Meter hohen Zylinder direkt vor Ort gefertigt. Dabei wird der vier Millimeter dicke Edelstahlmantel direkt vom Coil abgewickelt und – während sich der Wassertank langsam dreht – am Stück geschweißt. Der Bau des Edelstahlbehälters mit 11,50 Metern Durchmesser beginnt somit mit dem Dach. Daran wird das Edelstahlblech der Außenwände Runde um Runde angeschweißt. Der Schweißer selbst bleibt dabei mit seinem Equipment fix an derselben Stelle. Stattdessen dreht sich das gesamte Konstrukt.  So kann die Arbeit ganz präzise verrichtet werden. Fast einen Meter schafft das Schweißmodul pro Minute, somit werden pro Umdrehung etwa 40 Minuten benötigt.

„Es gibt viele Gründe, die für diese neuartige Technik sprechen“, erklärt Thomas Meiswinkel im Rahmen des Besuchertags. „Dazu gehören die Beständigkeit des Edelstahls in korrosionschemischer Hinsicht und die damit verbundene Langlebigkeit, die hervorragende Sichtkontrolle des Speicherinhalts und der Wasserspeicher von außen sowie die Hochdruck-Innenreinigung mit einem automatisierten Reinigungssystem. Hinsichtlich Investitionskosten und Betrieb ergeben sich durch die Gemeinschaftsmaßnahme Synergieeffekte für beide Partner“, freut sich der Bauingenieur des Wasserverbands.

In den Mantel werden Schaugläser eingearbeitet und für den Zugang in die Wasserkammern werden Drucktüren eingebaut. „Die Anschaffungskosten des Edelstahlhochbehälters liegen zwar über denen eines konventionellen Wasserreservoirs, allerdings sind die Sanierungskosten marginal. Die gesamte Anlage wird in den kommenden 15 bis 20 Jahren kaum weitere Kosten generieren“, erklärt Stephan Edelmann, der im Rathaus für die Trinkwasserbeschaffung zuständig ist.

Das Unternehmen Hydro-Elektrik, das die Fertigung vor Ort übernommen hat, ist ein Marktführer auf dem Gebiet der zukunftsweisenden Wassertechnik und hat die High-Tech-Herstellungsmethode selbst entwickelt. Für den gemeinsamen Coup hatten sich der Wasserverband Siegen-Wittgenstein und die Gemeinde Neunkirchen entschieden, um die Ortsteile Neunkirchen und Struthütten weiterhin zuverlässig mit Trinkwasser zu versorgen. Zwei gemeindeeigene Hochbehälter waren sanierungsbedürftig. Auch der Hochbehälter am Kirchberg, für den der Wasserverband verantwortlich zeichnete, musste ersetzt werden. Mit dem gemeinsamen Hochbehälter entsteht eine zukunftsweisende Lösung. Zum Jahreswechsel soll der Hochbehälter Kirchberg ans Netz gehen.

 

Der erste Tank ist bereits fertig. Beim Besuchertag haben alle Interessierten die einmalige Möglichkeit im statt außerhalb des großen Zylinders zu stehen. Die Akustik in dem imposanten Resonanzkörper ist außergewöhnlich.

Die Neunkirchener Bürgerinnen und Bürger beziehen ihr Wasser aus der Obernautalsperre. Zunächst legt das Rohwasser etwa sechseinhalb Kilometer zurück, um dann in Dreis-Tiefenbach aufbereitet zu werden. Anschließend wird das Trinkwasser in den Hochbehälter Eisernhardt transportiert und fließt von dort aus nach Neunkirchen.

Text: Nicole Morgenschweis, Gemeinde Neunkirchen


30. August 2023

Für mehr (Herz-)Sicherheit

WVS stattet Obernau- und Breitenbachtalsperre mit Notrufen und Defibrillatoren aus

Die Obernau- und die Breitenbachtalsperre sind beliebte Ausflugsziele bei Jung und Alt. Ob zum Radfahren, Inlineskaten, Joggen, Walken oder einfach zum Spazieren: Täglich suchen zahlreiche Menschen die Stauseen auf, um sich eine Auszeit vom oftmals stressigen Alltag zu gönnen. Damit der Aufenthalt dort noch sicherer wird, hat der Wasserverband Siegen-Wittgenstein (WVS) als Betreiber der beiden Talsperren kürzlich zwei automatisierte externe Defibrillatoren – kurz AEDs – angeschafft. Mit ihnen können auch Ersthelfer ohne medizinische Vorkenntnisse zu Lebensrettern werden, wenn eine andere Person einen plötzlichen Herzstillstand erleidet.

„Wir alle wissen: In solch einem Fall zählt jede Minute. Sofortige Hilfe ist überlebenswichtig“, so WVS-Geschäftsführer Dirk Müller. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums erleiden jedes Jahr mehr als 60.000 Menschen in Deutschland einen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses. Eine unverzüglich begonnene Reanimation verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen der Betroffenen. „Uns war es deshalb ein besonderes Anliegen, den Besucherinnen und Besuchern unserer Talsperren AEDs zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise für noch mehr Sicherheit in diesen Bereichen zu sorgen. Sie sind einfach zu bedienen und stellen eine wertvolle und effektive Unterstützung für die Erste Hilfe dar, solange die professionellen Rettungskräfte noch nicht vor Ort sind“, erklärt Dirk Müller weiter.

Dirk Müller (l.) und Friedrich Flender vom WVS freuen sich, dass den Besucherinnen und Besuchern der Obernau- und Breitenbachtalsperre im Notfall nun Defibrillatoren zur Verfügung stehen. (Foto: WVS)

Benutzer werden schrittweise angeleitet

Die Geräte leiten die Ersthelfer Schritt für Schritt durch die Notfallsituation. Über Sprachanweisungen erklären sie, was wann und wie getan werden muss. Sie informieren auch darüber, wann elektrische Schocks abgegeben werden und warnen die Ersthelfer in diesem Moment davor, den Patienten zu berühren. „Es muss also niemand Angst haben, etwas falsch zu machen. Das einzig Falsche, was man tun kann, ist nichts zu tun“, weiß Friedrich Flender, beim WVS zuständig für die Arbeitssicherheit, der das Projekt federführend betreut hat.

Um einen der Defibrillatoren benutzen zu können, muss zuerst die Notruftaste an der grauen Aufbewahrungsbox gedrückt werden. Die Ersthelfer werden dann mit der Kreisleitstelle in Siegen verbunden. „Erst wenn die Telefonverbindung steht, öffnet sich die Box und der AED kann entnommen werden“, so Friedrich Flender. Auf diese Weise können Helfer nicht nur schnell und unkompliziert Kontakt zum Rettungsdienst aufnehmen. Die Geräte sind so auch vor Missbrauch geschützt.

Der Wasserverband hofft natürlich, dass die AEDs niemals benötigt werden. Falls aber doch mal solch ein Notfall eintritt, stehen die Geräte jederzeit öffentlich zugänglich zur Verfügung. An der Obernautalsperre hat der Defibrillator seinen Platz an der WC-Anlage auf dem Wanderparkplatz gefunden. An der Breitenbachtalsperre ist er gegenüber dem Haupteingang des Café-Restaurants „Altes Wärterhaus“ zu finden.

 

17. August 2023

Frischzellenkur für den Infopfad

WVS stellt neue, interaktive Hinweistafeln an der Obernautalsperre auf

Leuchtend blau und gespickt mit allerlei Wissenswertem rund um das Thema Wasser – das sind die neuen Infotafeln, die der Wasserverband Siegen-Wittgenstein (WVS) jetzt an der Obernautalsperre in Brauersdorf bei Netphen aufgestellt hat. Sie geben den Besucherinnen und Besuchern einen Überblick über die Geschichte und Technik des Bauwerks, aber auch über den Wasserverband als Betreiber, über die Trinkwasseraufbereitung und Maßnahmen zum Gewässerschutz.

„Erstmals haben wir im Jahr 2004 einen Infopfad mit Schautafeln auf der Dammkrone errichtet. Aber durch die Witterungseinflüsse der vergangenen Jahre und eine intensive Nutzung waren die Tafeln nicht mehr ansehnlich. Da die Obernautalsperre als unsere größte Wassergewinnungsanlage ein allseits beliebtes Naherholungsgebiet und als solches eines unserer Aushängeschilder ist, haben wir uns dazu entschlossen, den Infopfad zu erneuern, damit das Lesen und Lernen wieder Spaß macht“, erklären WVS-Geschäftsführer Dirk Müller und Betriebsingenieurin Sarah Horstick, die das Projekt federführend betreut hat.

An sechs Stationen werden die Besucherinnen und Besucher mit umfassenden Informationen versorgt – etwa über die Zuflüsse und den Speicherraum der Talsperre, das Einzugsgebiet, den Hochwasserschutz, den Einfluss der Jahreszeiten auf die Rohwasserqualität, die verschiedenen Filterstufen der Aufbereitung oder auch die Funktion der Talsperren-Bauteile wie Grundablass, Entnahmeturm, Schieberhaus und Tosbecken. Eine der Tafeln widmet sich zudem der gemeinsamen Geschichte der Orte Obernau, Nauholz und Brauersdorf, die für die Errichtung der Talsperre Ende der 1960er Jahre komplett oder zum Teil umgesiedelt wurden. „Dafür haben wir mit Zeitzeugen gesprochen und Erinnerungen an die Zeit vor der Umsiedlung gesammelt“, so Sarah Horstick. Und auch über den täglichen Wasserverbrauch können Interessierte einiges erfahren.

Informativ und trotzdem kindgerecht: Mit interaktiven Elementen laden die neuen Infotafeln an der Obernautalsperre zum spielerischen Entdecken und Lernen ein.

 

Ein Großteil der Stationen besteht aus zwei Teilen – einer Infotafel mit Darstellungen und Hinweistexten und einem Pult mit kindgerechten Mitmachelementen. Denn die kleinen Besucher sollen beim Spaziergang an der Talsperre nicht zu kurz kommen. „Deshalb haben wir bei der Auswahl eines geeigneten Partners für die Gestaltung der Tafeln Wert auf entsprechende Referenzen in der Herstellung von naturwissenschaftlichen Infopfaden mit kindgerechten, ansprechenden Interaktionen gelegt“, schildert Sarah Horstick. Die neuen Tafeln laden nicht nur zum Lesen ein, sondern auch zum Drehen, Klappen und Schieben – kurz: zum spielerischen Entdecken und Lernen. Darüber hinaus sind sie mit QR-Codes versehen, die einen Zugriff auf weitere, interaktive Inhalte wie zum Beispiel aktuelle Wasseranalysen, virtuelle Führungen oder Jobangebote des WVS erlauben. Auch das Geläut der Schulglocken von Obernau, Nauholz und Brauersdorf, die 1980 in einem zwölf Meter hohen Turm unweit der Talsperre eine neue Heimat gefunden haben, kann man sich über einen QR-Code anhören. „Einfach scannen und die auf unserer Homepage hinterlegte Audio-Datei abspielen“, erläutert Sarah Horstick.

Großen Wert legte der WVS auch auf das Design der Tafeln. Der Hintergrund ist bewusst dunkel gehalten, um sie weniger anfällig für Verunreinigungen zu machen. Und der immer gleiche Aufbau mit einer Kopfzeile im oberen Teil, einer zweigeteilten Überschrift und dem durchgängigen Wellenelement des WVS-Logos sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Auf diesen soll übrigens auch bei künftigen Infotafel-Projekten, beispielsweise an der Breitenbachtalsperre oder am Sohlbacher Weiher, gesetzt werden.

An der Obernautalsperre stechen den Betrachtern zudem immer wieder Dilldappen ins Auge. „Uns war wichtig, die Sachinformationen mit ansprechenden Elementen aufzulockern und gleichzeitig den regionalen Charakter zu unterstreichen. Deshalb haben wir den heimischen Cartoonisten Matthias Kringe für die Gestaltung einiger Tafeln mit ins Boot geholt“, so Dirk Müller. Im Ergebnis präsentieren die Siegerländer Fabelwesen beispielsweise, wie viel Wasser ein Mensch täglich für die Körperpflege oder das Essen und Trinken verbraucht, und demonstrieren, was an der Talsperre aus Sicherheits- und Hygienegründen nicht gestattet ist. „Durch die amüsante Darstellung kann man sich das vielleicht besser merken als durch ein weiteres klassisches Verbotsschild“, meint Matthias Kringe, dem die Mitarbeit am Infopfad viel Spaß gemacht hat. Genau wie Sarah Horstick und Dirk Müller hofft er, dass sich auch die Besucherinnen und Besucher an den neuen Tafeln erfreuen werden.

 

Um das Trinkwasser zu schützen gibt es ein paar Dinge, die beim Besuch der Obernautalsperre untersagt sind. Welche das sind, zeigen Dilldappen auf einer der neuen Infotafeln, die der WVS jetzt an der Talsperre aufgestellt hat. WVS-Geschäftsführer Dirk Müller, Projektleiterin Sarah Horstick und Cartoonist Matthias Kringe (v. l.) hoffen, den Menschen dadurch auch ein Schmunzeln zu entlocken. (Fotos: WVS)